Collection:
Luz Couceiro
Seit ich elf Jahre alt bin, blute ich.
Sechzehn Jahre lang wurde mir beigebracht, diesen Teil meines Körpers zu verstecken, zu kontrollieren und möglichst unsichtbar zu machen. Meine Periode sollte leise sein, sauber, unkompliziert —. Angepasst an einen Alltag, der keinen Platz für Menschlichkeit bereit hält. Monat für Monat, Periode für Periode habe ich versucht, diesem Teil meines daseins möglichst wenig Raum zu geben.Unsichtbar zu machen. Ich habe versucht mich von ihm zu distanzieren. Aus Scham, aus Gewohnheit, aus dem Gefühl heraus mich anzupassen. Erst vor wenigen Monaten, mit 27 Jahren, 16 Jahre nach meiner ersten Periode, habe ich mein Blut zum ersten Mal wirklich gesehen. In einem Cup.
Was mich dabei am meisten überraschte, war meine eigene Reaktion:
Keine Abscheu, keine Scham, kein Gefühl von Peinlichkeit oder Last. Stattdessen empfand ich zum ersten Mal tiefe Verbundenheit mit meinem Körper.