- 40 x 40 cm
- 2026
- Mixed Media: Konservendosen, Zirbenholz, Filz, Öl
In der Wandinstallation Sollbruchstelle:Kohärenz von der in Wien lebenden Künstlerin Colja Amare Liri werden in drei Konservendosen holzbildhauerische Arbeiten sichtbar: eine Vulva und eine Brust nach einer Top-Surgery. Die dritte Dose ist verschlossen. Die Dose selbst greift hierbei das starre, normative Konstrukt der Gesellschaft auf. Während die geschlossene Dose das Verschweigen von Tabuthemen verkörpert, schaffen die zwei geöffneten Dosen Raum für Sichtbarkeit. In Fortführung der für die Künstlerin charakteristischen Farbästhetik aus Rot und Blau schafft sie eine Intersektionalität, indem sie bewusst auf die realistische Darstellung von Hauttönen verzichtet.
Der QR-Code bietet einen medialen Zugang und zeigt ungeschönt das Abfließen von Blut und Urin. Diese Konfrontation macht das Tabu rund um den menstruierenden Körper sichtbar. Das Zusammenwirken aller drei Teile macht deutlich, dass Menstruation kein rein weißes, cis-weibliches Thema ist. Soziale Kohärenz erfordert das Aufbrechen der Sollbruchstellen innerhalb einer normativen Gesellschaft, ermöglicht durch die Sichtbarkeit jener trans, inter*, nicht-binären sowie BIPoC-Personen, die in einem homogenen Gesellschaftsbild systematisch marginalisiert werden.