Die Arbeit besteht aus einer 12-teiligen Animation, deren einzelnen Frames mit
Menstruationsblut auf Papier gemalt und dann digital bearbeitet sind.
Der Ausgangspunkt der Arbeit liegt in einer persönlichen Erfahrung: dem ersten
bewussten Kontakt mit dem eigenen Menstruationsblut durch die Nutzung einer
Periodentasse. Ein Moment, der einen Bruch mit Gefühlen von Scham und Ekel
darstellte und stattdessen eine Faszination auslöste. Beim Ausschütten der
Periodentasse in die Toilette entstand eine Konfrontation mit dem Blut, und es
offenbarte sich eine unerwartete Schönheit: das leuchtende Rot des Blutes im
Kontrast zu dem Weiß des Porzellans.
Seitdem wird das Blut gesammelt und als künstlerisches Material verwendet. Es
wird nicht verborgen, sondern bewusst sichtbar gemacht. Dabei steht immer diese
erste persönliche Erfahrung mit dem Blut im Vordergrund sowie die unerwartete
Ästhetik, die im Kontrast zu dem gesellschaftlich wahrgenommenen Ekel steht.
Durch das Ausgießen des Blutes entstehen Strukturen, Verdichtungen und
Zufälligkeiten: Bereiche, in denen sich das Blut sammelt, und solche, die es
ausspart. Die Motte, die in der Animation gezeigt wird, bewegt sich in einer
endlosen Schleife immer wieder auf einen Punkt zu, ohne ihn jemals zu erreichen.
Ihre Flügel schlagen in einer gleichbleibenden Sequenz, ein Kreislauf ohne
Auflösung. Diese Bewegung spiegelt die zyklische Erfahrung des weiblichen Körpers
wider: ein Prozess, der sich wiederholt, konsequent und routiniert, aber trotzdem
nicht vorhersehbar bleibt. Die Arbeit lädt dazu ein, in der Wiederholung eine
eigene Form von Schönheit zu erkennen und das vermeintlich Schamvolle neu zu
betrachten.