Collection:
Dzesik
Dzesik (*1995, Hof/Saale) ist eine zeitgenössische Künstlerin, deren Arbeiten sich mit
Schmerz, der Periode, der gesellschaftlichen Wahrnehmung weiblich gelesener Körper
sowie der weiblichen Erfahrung im patriarchalen System auseinandersetzen.
Ausgangspunkt ihrer künstlerischen Praxis ist die eigene Erfahrung mit der Diagnose
Endometriose und V.a. Adenomyose – chronische Erkrankungen, die trotz ihrer weiten
Verbreitung im medizinischen System noch immer häufig bagatellisiert und
unzureichend behandelt wird.
Seit etwa fünf Jahren malt Dzesik überwiegend mit einem außergewöhnlichen und
zugleich zutiefst persönlichen Medium: ihrem eigenen Periodenblut.
Dieses fungiert nicht nur als Material, sondern als bedeutungstragende Substanz – als
Spur von Zeit, Leid und gelebter Erfahrung. Ihre symptomorientierte Hormontherapie
zur Behandlung der Endometriose Symptome bewirkt das Ausbleiben der
Menstruation. Dadurch wird für sie das Menstruationsblut selbst zur begrenzten
Ressource und verleiht den Arbeiten eine zusätzliche existenzielle Dringlichkeit.
In ihren Werken verbindet Dzesik eine feinfühlige, oft poetische und doch radikale
Bildsprache mit einer klaren politischen Haltung.
Sie thematisiert die Stigmatisierung und Tabuisierung von Menstruation sowie die tief verankerten gesellschaftlichen Ekel- und Schamstrukturen rund um den nicht-
männlichen Körper. Ihre Arbeiten erzeugen bewusst eine Spannung zwischen ästhetischer Anziehung und inhaltlicher Konfrontation – eine Irritation, die
Betrachtende dazu zwingt, eigene Prägungen und Abwehrhaltungen zu hinterfragen.
Dzesik fordert Aufmerksamkeit für das, was häufig übersehen, verdrängt oder
entwertet wird. Ihre Werke laden nicht zum bloßen Betrachten ein, sondern
konfrontieren – und eröffnen zugleich Räume für Reflexion, Empathie und
gesellschaftlichen Wandel.