- 70 x 70 cm
- Gerahmt, Aufhängebeschlag rückseitig
Die Risse/ Bruchstellen eines kaputten, gerahmten 70 x 70 cm Spiegels sind mit roter
Farbe gefüllt und halten den Spiegel zusammen. Der Spiegel ist zufällig zerbrochen
und nicht absichtlich zerstört worden. Die Reparatur ist vom japanischen Kintsugi
inspiriert. Anstelle von Gold, welches nach japanischer Tradition verwendet wird, tritt
Menstruationsblut als wertvolles Gut.
Der fragile, aber reparierte Spiegel steht für die Künstlerin dabei teilweise für den
Verlust, der durch die Beziehung mit einem gewalttätigen Mann entstand. Im Spiegel
wandert die soziale Scham zum Schambein, wo der Körper die Brüche trägt, die ihm
durch Gewalt und Zuschreibung eingeritzt wurden.
Gleichzeitig macht die Reparatur mit dem Blut den Wiederaufbau und die Heilung
deutlich. Anstatt die zerbrochenen Teile des Objekts als wertlos anzusehen, werden
sie bewusst auffälliger und zu einem Teil der Geschichte gemacht. Der Mensch im
Spiegel kann sich an die Brüche im Leben erinnern - die Narben bleiben. Der
Schmerz wird nicht geleugnet oder unterdrückt. Brüche können in etwas
Widerstandsfähiges und Schönes verwandelt werden.