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Dzesik
Dzesik (geb. Jessica Wach) ist eine zeitgenössische Künstlerin, 1995 in Hof/Saale geboren und als Kind polnischer Migranten aufgewachsen. Im ländlichen Bayern begegnete sie früh sexistischen und rassistischen Erfahrungen. Ihr liebevolles Elternhaus lehrte sie, sich einen starken Selbstwert aufzubauen. Dzesik besuchte das humanistisch-sprachlich-musische Jean Paul Gymnasium, lernte dort Violine zu spielen und entdeckte ihre Liebe für die bildende und gesellschaftskritische Kunst. Getrieben von dem Willen, die Welt zu verbessern, entschied sie sich für einen beruflichen Werdegang in der Sonderpädagogik. Dort vertiefte sie unter anderem ihr Wissen in der Kunst-Didaktik. Ihre Arbeit als examinierte Sonderpädagogin konzentriert sich auf die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft: Menschen mit Behinderung. Als Projektleitung in der Lebenshilfe treibt sie nun Inklusion und Gleichstellung voran.
Im Laufe ihres Erwachsenwerdens spitzten sich bei Dzesik zunehmende Probleme mit extremen Periodenschmerzen, starken und langen Blutungen, Schmerzen während und nach Intimität und weiteren Symptome zu. Trotz unzähliger Facharzt-Besuche, Notarzt- Einsätze sowie Krankenhausaufenthalte, erhielt Dzesik über ca. 6 Jahre hinweg immer wieder die Rückmeldung von Ärzt*innen, ihr Körper sei kerngesund und die starken Schmerzen seien normal.
Inspiriert durch eine gute Freundin, begann sie mit ihrem Periodenblut zu malen. Diese Malerei entwickelte sich zu einer Art Selbst-Therapie, um den Schmerz, mit dem sie alleine gelassen wurde, zu verarbeiten. Ihre Kunst aus Periodenblut teilte sie online und polarisierte. Von massenhaftem Hass bis hin zu Mord-Drohungen erfuhr sie auch hier, wie stigmatisiert der weibliche Körper ist und wie tief misogyne Gedanken in der Gesellschaft verankert sind. 2025 erhielt Dzesik durch eine Laparoskopie endlich eine Diagnose, die ihre lang vernachlässigten Symptome erklärte: Endometriose. Eine chronische Krankheit, die weit verbreitet und dennoch extrem untererforscht ist. Viele Betroffene teilen einen ähnlichen Leidensweg von jahrelanger Missachtung und mangelnder medizinischer Hilfe. Dzesik gründete jüngst eine Selbsthilfegruppe für Betroffene von Endometriose und Adenoymose.