- Pinsel-Malerei mit Periodenblut auf Aquarellpapier
- 80,5 x 67 cm
„Auf Wolke 7“ zeigt sieben weiblich gelesene Körper in einer schwebenden, scheinbar
entrückten Bildwelt. Jede Figur befindet sich auf einer eigenen Wolke, umgeben von
Seifenblasen – fragile Gebilde zwischen Leichtigkeit, Projektion und Vergänglichkeit.
Auf den ersten Blick entfaltet sich eine weiche, ästhetische und beinahe idyllische
Szenerie, welche romantische Ideale, Sehnsüchte und gesellschaftlich geprägte
Vorstellungen von Liebe und Weiblichkeit evoziert.
Doch diese Oberfläche ist trügerisch.
In der Tiefe offenbart sich ein Spannungsfeld aus Schmerz, Verzweiflung, innerer
Zerrissenheit und körperlichem Leid. Die Figuren stehen exemplarisch für die
weibliche Erfahrung im patriarchalen Kontext – zwischen emotionaler Verletzung,
struktureller Missachtung und körperlicher Grenzerfahrung.
Die Arbeit verweist auf die Unsichtbarkeit und Bagatellisierung von
menstruationsbedingten Beschwerden & chronischen Erkrankungen im medizinischen
Diskurs sowie die Vernachlässigung und Missbilligung von allem, was nicht der Norm
des stereotypen Weiblichen entspricht.
Seifenblasen durchziehen die Komposition als wiederkehrendes Motiv: Sie entstehen,
tragen Hoffnung und Illusion – und zerplatzen. In ihrer Flüchtigkeit verweisen sie auf
das Scheitern von Versprechen und von Idealen der Unbeschwertheit, Heilung und
romantischer Erfüllung.
Der bewusste Einsatz von Periodenblut als künstlerisches Medium transformiert dabei
das gesellschaftlich Tabuisierte in einen Akt der Sichtbarmachung und
Selbstermächtigung.
Der Titel „Auf Wolke 7“ wird in dieser Arbeit bewusst gebrochen. Was gemeinhin für
Glück, Leichtigkeit und Erfüllung steht, wird hier zur ambivalenten Projektionsfläche
– und konfrontiert die Betrachter:innen mit der Diskrepanz zwischen Ideal und
gelebter Realität weiblicher Erfahrung.