- Mixed media on canvas
- 50 x 50 cm
Die präsentierten Arbeiten beziehen sich auf die Erfahrung der Menstruation nicht als biologischen Fakt, sondern als Spannungsfeld zwischen dem natürlichen Rhythmus des Körpers und dessen kultureller sowie gesellschaftlicher Interpretation.
In der Arbeit „Between“ zieht sich der Körper zurück. Es gibt keine direkte Darstellung und kein Rot. Das Natürliche wird verborgen und in einen Zustand von Stille und Spannung versetzt. Die Figur verbleibt zwischen Enthüllung und Schutz, zwischen Präsenz und Verschwinden.
Im Werk „Red Silence“ wird die Farbe Rot sichtbar, bleibt jedoch nicht neutral. Sie fungiert als Zeichen – als etwas, das mit Bedeutung aufgeladen und in den Bereich von Angst, Kontrolle und kultureller Projektion verschoben wurde.
In dieser Konstellation offenbart „Blut ohne Gewalt“ sein zentrales Paradox: Gewalt erscheint nicht als physischer Akt, sondern als Prozess der Interpretation. Das, was eigentlich natürlich ist, wird zu etwas umgedeutet, das Kontrolle, Distanz und Unsichtbarkeit erfordert. Die daraus resultierenden Konsequenzen tragen überwiegend Frauen – auf körperlicher, sozialer und ökonomischer Ebene.
Dies betrifft nicht nur den Umgang mit Menstruation selbst, sondern auch die damit verbundenen materiellen Realitäten: Hygieneprodukte, reproduktive Entscheidungen und Care-Arbeit. Reproduktion ist dabei keine rein biologische Selbstverständlichkeit, sondern ein gesellschaftlich und ökonomisch strukturierter Raum, in dem sich Fragen von Verantwortung, Abhängigkeit und Entscheidungsfreiheit verschränken. Ob und wann eine Schwangerschaft stattfindet, ist heute häufig nicht allein eine biologische, sondern ebenso eine soziale und wirtschaftliche Entscheidung.
Diese Logik setzt sich in gesellschaftlichen Strukturen fort, in denen reproduktive und fürsorgende Arbeit weiterhin ungleich verteilt und oftmals ökonomisch abgewertet wird – sichtbar unter anderem im Gender Pay Gap.
Die Bilder illustrieren diese Zusammenhänge nicht. Sie machen vielmehr die Konsequenzen sichtbar, die sich sowohl in Körpern als auch in gesellschaftlichen Strukturen eingeschrieben haben.