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Rosa von Praunheim
Rosa von Praunheim, geboren 1942 in Riga als Holger Mischwitzky, wuchs zunächst in der DDR bei Berlin auf und kam nach der Flucht seiner Familie nach Frankfurt am Main. Früh entwickelte er ein Interesse an Kunst und Theater, studierte zeitweise freie Malerei an der Hochschule für bildende Künste, verließ die Ausbildung jedoch ohne Abschluss.
Ende der 1960er Jahre begann er mit ersten Kurzfilmen und wurde schnell bekannt. Mit Werken wie Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt (1971) prägte er maßgeblich die neue deutsche Schwulenbewegung und sorgte zugleich für öffentliche Kontroversen. Sein Film Die Bettwurst gilt bis heute als Kult.
Bis heute realisierte von Praunheim über 150 Filme, die auf internationalen Festivals gezeigt und vielfach ausgezeichnet wurden. Sein Werk umfasst Spiel- und Dokumentarfilme zu Themen wie queere Identität, Aids, New York sowie Porträts prägender Persönlichkeiten. Neben seiner filmischen Arbeit engagierte er sich insbesondere während der Aidskrise intensiv für Aufklärung und gesellschaftliche Sichtbarkeit.
Auch persönliche Themen fanden Eingang in sein Werk, etwa in dem Film Meine Mütter, in dem er seine eigene Herkunft erforscht. Retrospektiven weltweit würdigen sein umfangreiches Schaffen.