Sammlung: Mx Donia Love

Mx. Donia Love (Pronomen: they/them) ist eine in Barcelona lebende multidisziplinäre Künstlerin, die in den Bereichen Skulpturinstallation und Tragekunst arbeitet. Ihre Praxis wurzelt im Maximalismus als Methode: in der Überzeugung, dass Überschwang, Ornament und die Verweigerung des Understatements keine stilistischen Entscheidungen sind, sondern politische. Im Mittelpunkt ihrer aktuellen Arbeit steht *Discobolus Glittomyces* — eine spekulative naturgeschichtliche Taxonomie, besser bekannt als Disco Fungus — eine Serie skulpturaler „Exemplare", die als neu entdeckte Pilzgattung präsentiert werden, die dort wächst, wo Queerness und Freude aufeinanderprallen.

Die *Discobolus Glittomyces*-Serie leiht sich die formale Autorität wissenschaftlicher Dokumentation — lateinische Binomialnamen, Exemplarkarten, Habitat-Feldnotizen, nummerierte Katalogisierung — und wendet sie für etwas Ungehorsames an: die These, dass queere Freude nicht selten ist, nicht kontingent und nichts, das einer Erlaubnis bedarf, um zu existieren. Jedes Stück wird katalogisiert, kartiert und mit einer eindeutigen Exemplarnummer versehen und baut so eine Taxonomie auf, die Feier als biologische Tatsache behandelt. Die Materialien — Diskokugeln, Strasssteine und Glitter — sind keine dekorativen Verzierungen, sondern das Medium, durch das das Argument gemacht wird. Licht wird eingefangen, vervielfacht und in einen Raum zurückgeworfen — nicht um ihn zu verändern, sondern um zu enthüllen, was schon immer da war.

Love begann die Serie im Sommer 2025 in ihrem Barcelonaer Atelier und schöpfte dabei aus einer langen Praxis in der tragbaren Skulpturkunst unter dem Namen Trash & Glow sowie aus einer früheren Karriere als Zirkusperformerin — ein Hintergrund, dessen Theatralik und körperliche Präzision in allem mitschwingt, was sie erschafft.

Anfang 2026 absolvierte Love eine Residenz im House of Q (HOQ) in Stockholm — einer queeren Kunstorganisation und Gemeinschaftsraum — wo sie sechsundzwanzig nummerierte *Discobolus Glittomyces*-Exemplare entwickelte und installierte. Diese Arbeiten sind weiterhin dauerhaft im HOQ ausgestellt, wo sie in den Raum hineinwachsen. Love hat außerdem das monatlich stattfindende Künstlerresidenzprogramm des HOQ mitentworfen und leitet es nun als Dream Keeper — eine Rolle, die darauf ausgerichtet ist, queeren Nachwuchskünstlerinnen einen festen Ort zu geben, an dem sie sich entfalten, experimentieren und ohne Kompromisse schaffen können.

*Discobolus Glittomyces* ist derzeit in der Galerie Newman, Berlin, vertreten, und eine neue ortsspezifische Serie befindet sich für den ODD Kiosk in Barcelona in Entwicklung. Loves Arbeit findet Eingang in queere Kunstgemeinschaften in ganz Europa und darüber hinaus — Barcelona, Stockholm und Berlin sind aufregende erste Brückenköpfe für eine Taxonomie, die ihrer eigenen Logik nach immer weiter wachsen musste.

Originalaufträge werden in begrenztem Umfang angenommen. Alle beauftragten Exemplare werden speziell für den vorgesehenen Raum kultiviert und werden mit einer einzigartigen, ortsspezifischen Exemplarkarte geliefert.

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